Die Nebenwirkungen von Finasterid – Propecia® – Haarausfall

02.03.2009 von Administrator Leave a reply »

Nicht wenige Männer bekämpfen ihren Haarausfall mit unterschiedlichen Haarwuchsmitteln. Neben lokal auf dem Kopf anzuwendenden Produkten werden auf dem Markt auch Mittel angeboten, die oral als Tablette, Dragee, Tropfen oder Saft eingenommen werden. Die Wirksamkeit der unterschiedlichen Mittel war schon immer umstritten, inzwischen werden einige der angebotenen Produkte zusätzlich auf Grund ihrer möglichen Nebenwirkungen kritisch betrachtet.

Vom Prostata-Medikament zum Haarwuchsmittel

Dieses gilt nicht zuletzt für den Wirkstoff Finasterid, welcher sich unter anderem in dem Medikament Propecia® befindet. Hierbei handelt es sich um Tabletten, die ursprünglich zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen entwickelt wurden. Bei der Behandlung mit diesem Mittel wurde ein positiver Effekt auf den Haaurwuchs beobachtet, sodass der Einsatz des Medikamentes gegen hormonell bedingten Haarausfall angedacht wurde. Im Falle einer gutartigen Prostatavergößerung beträgt die tägliche Dosis 5 mg des Wirkstoffes, während sie bei der Behandlung des Haarausfalles bei Männern auf 1 mg reduziert wird.

Lebenslange Einnahme notwendig

Für die Behandlung bei Haarausfall zugelassen ist das Medikament in Deutschland seit dem Jahr 1999, nachdem die Wirksamkeit in klinischen Tests hinreichend belegt werden konnte. Ein erster Erfolg stellt sich bei der Behandlung mit dem Wirkstoff Finsasterid in der Regel nach drei bis sechs Monaten ein, allerdings muss das Medikament danach weiterhin regelmäßig eingenommen werden. Wird dieses abgesetzt, verschlimmert sich der vor der Behandlung vorhandene Haarausfall sichtbar.

An Kosten entstehen für eine Therapie des Haarausfalls mit dem Wirkstoff Finasterid etwa zwei Euro am Tag. Da Haarausfall bei Männern nicht als Krankheit anerkannt ist, werden diese nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einzelfallentscheidungen, bei denen als Folge des Haarausfalls extreme psychische Störungen festgestellt werden, sind sehr selten. Auch die meisten privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten für Medikamente gegen Haarausfall nur in Ausnahmefällen.

Nicht unerhebliche Nebenwirkungen

Der Wirkstoff Finasterid führt zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen. Der Hersteller gibt ausdrücklich an, dass das Haarwuchsmittel nicht von Jungen vor dem Eintritt des Erwachsenenalters verwendet werden soll, da es die Ausprägung der männlichen Geschlechtsmerkmale während der Entwicklung zu hemmen vermag.

Für Frauen nicht geeignet

Ebenfalls soll es nicht von Frauen benutzt werden, wobei sich ohnehin herausgestellt hat, dass es gegen den weiblichen Haarausfall vollkommen wirkungslos ist.

Bei schwangeren Frauen besteht sogar eine Gefahr der Schädigung des Fotus, wenn diese mit dem Medikament in Berührung kommen. Dazu reicht bereits das Anfassen einer zerbröselten Tablette, da der Stoff sehr leicht in die Haut einzudringen vermag. Ebenso kann der Wirkstoff beim Geschlechtsverkehr in die Scheide der Frau gelangen, da er sich auch im Spema des damit behandelten Mannes nachweisen lässt. Diese Folge lässt sich zwar durch die Verwendung von Kondomen abwehren, allerdings sind diese naturgemäß nicht sinnvoll, wenn eine Schwangerschaft geplant ist.

Auch bei Männern sind die Nebenwirkungen von Finasterid beträchtlich. Dass die regelmäßige Einnahme des Medikamentes zu einer Verkleinerung der Prostata führt, vermag angesichts des ursprünglichen Einsatzbereiches dieses Medikamentes nicht zu überraschen.

Haarwuchsmittel führt zur Verweiblichung

Daneben treten Folgen auf, die sich in ihrer Gesamtheit als Verweiblichung bezeichnen lassen, da die Testosteronwirkung gehemmt wird. Bei etwas 3 bis 5 Prozent der mit dem Medikament behandelten Männer zeigen sich neben Erektionsstörungen auch eine Abnahme der Libido sowie eine Verminderung der Samenflüssigkeit. Vielfach wachsen die Brüste und in Einzelfällen bildet sich der bei Männern sonst sehr ungewöhnliche Brustkrebs. Während die Kopfhaare wunschgemäß wachsen, nimmt die Behaarung am Körper ebenso wie das Barthaar sichtbar ab.

Bedenklich ist auch das Verfälschen gerade des Bluttestes, der eingesetzt wird, um eine mögliche krankhafte Veränderung der Prostata frühzeitig zu erkennen. Der Fehlerwert dieses Tests kann mehr als 50% betragen, sodass der Patient den untersuchenden Arzt zumindest auf die Einnahme des Haarwuchsmittels hinweisen muss, damit dieser andere (und für den Patienten durchaus weniger angenehme) Untersuchungsmethoden für die Feststellung eines Leidens an der Prostata einsetzen kann. Der für die Untersuchung der Prostata maßgebliche Blutwert mit der Bezeichnung PSA geht zwar drei Monate nach der Absetzung des Haarwuchsmittels wieder auf den normalen Wert zurück, diese Absetzung ist aber nicht wirklich zielführend, da eine nicht-kontinuierliche Einnahme umgehend den gesamten bereits erreichten Erfolg der Kur zunichte macht.

Negative Auswirkungen auf das Sexleben

Besonders problematisch beim Einsatz des Wirkstoffes Finasterid gegen den männlichen Haarausfall ist die Langzeiteinnahme, schließlich darf das Mittel nie abgesetzt werden, damit seine Wirkung erhalten bleibt. Neben den bereits geschilderten Auswirkungen auf das Sexualleben und den Hormonhaushalt sind die Folgen für Herz und Kreislauf sowie die Lipide genauer zu untersuchen. Bislang liegen keine Studien vor, bei denen die Dauer der Einnahme ausreichend berücksichtigt wird.

Ein weiteres Problem stellt die Unterdrückung des Dihydrotestosteronspiegels über einen längeren Zeitraum während der mittleren Lebensjahre des Mannes dar. Dieser Metabolit ist der wirksamste Bestandteil des Hormons Testasteron, so dass dessen Verminderung die Hauptursache für die erwähnten Verweiblichungstendenzen bei der Einnahme von Finasterid bildet. Bei Patienten mit Erektionsstörungen finden sich häufig verminderte DHT Werte.

Fazit

Der Einsatz des Wirkstoffes Finasterid bei gutartigen Vergrößerungen der Prostata ist relativ unbedenklich, zumal die Behandlung nach dem Eintritt des gewünschten Erfolges ohne Furcht vor einem erneuten Auftreten der Erkrankung beendet werden kann. Die erwähnten Nebenwirkungen treten angesichts der begrenzten Einnahmedauer des Medikamentes in den meisten Fällen nicht auf. Bei der Behandlung gegen den hormonell bedingten Haarausfall beim Mann muss, wie berichtet, das Finasterid jedoch über einen unbegrenzten Zeitraum eingenommen werden. Nicht zuletzt diese Dauer der Einnahme führt dazu, dass die beschriebenen Nebenwirkungen relativ häufig festzustellen sind.

Von einer Verwendung dieses Wirkstoffes als Mittel gegen den Haarausfall ist aus den erwähnten Gründen abzuraten.

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5 Kommentare

  1. Muster sagt:

    Kann Finasterid zu einem vermehrten Auftreten von enoralen Schleimretentionszysten führen? Beim Auge ist Augentrockenheit beschrieben, eine Analogie zu Spreicheldrüsen ist denkbar.

  2. maus sagt:

    kann dadurch wirklich ein behindertes kind entstehen ??

    also muss man das vorhher absetzten damit man ein gesundes kind zur welt bringt oder wie muß ich das verstehn?

  3. praktikant sagt:

    ich bin seit mehreren Jahren Anwender von Finasterid und kann die Bedenken nur bestätigen. Haare wachsen aber auch die Nebenwirkungen treffen leider zu. Meine Freundin (Krankenschwester) vermeidet jeglichen Kontakt zur Vermeidung von Nebenwirkungen bei Frauen. Also aufpassen! LG

  4. manolo sagt:

    Ich bekomme seit Jahren eine Glatze und überlege immer solche Mittel zu nehmen. Gut, dass hier mal die Schattenseite beleuchtet wird. Ist für mich dann wirklich keine Alternative mehr. Meinen Pelz am sonstigen Körper muss ich wenigsten behalten ;-)

  5. nadine sagt:

    also das mit dem behinderten kind würde mich auch interessieren… planen grad ein baby und mein freund nimmt dieses zeug… bin grad etwas panisch!

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